Workshops

Bernd Abendschein
WD 01: Kinder psychisch kranker Eltern – Risiken und Schutzfaktoren In der Bundesrepublik wachsen mindestens 2 Millionen Kinder bei einem Elternteil mit einer schwerwiegenden psychischen Störung auf. Kinder von psychisch kranken Elternteilen haben im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein bis zu 4-fach erhöhtes Risiko selbst in der Kindheit/Jugendzeit psychisch zu erkranken, außerdem sind sie 2- 5 Mal häufiger von Vernachlässigung, Misshandlung und/oder sexuellen Missbrauch betroffen.
Der Workshop will ins Thema einführen, es werden Auswirkungen der speziellen Psychodynamik auf die Eltern-Kind-Interaktion, die Bindung und auf die psychosoziale und emotionale Situation der betroffenen Kinder sowie Ergebnisse aus der Risiko-, Vulnerabilitäts- und Resilienzforschung dargestellt.
Konkrete Ansätze der Hilfe für die betroffenen Kinder und ihre Familien werden vorgestellt. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf systemisch-familientherapeutischen Interventionen bei Familien mit einem psychisch erkrankten Elternteil.
Es besteht die Möglichkeit für Fallvorstellungen und Supervisionsanliegen.
Methoden: Impulsreferate, exemplarische Fallvorstellungen, Rollenspiele, Supervision

Dr. med. Susanne Altmeyer
WD 02: Krank Sein – Leben in einem anderen Land Jeder, der geboren wird, hat eine doppelte Staatsbürgerschaft: eine im Reich des Wohlbefindens, eine im Reich des Unwohlseins – der Krankheit. Obwohl wir alle lieber den Ausweis des angenehmen Reiches verwenden, ist doch jeder von uns zumindest für einen kurzen Zeitraum seines Lebens verdammt, sich als Bürger dieses unangenehmen Landes zu identifizieren.
Dieses Zitat der amerikanischen Publizistin Susan Sontag, die selbst an Krebs erkrankte, beschreibt eine emotional und psychosozial wirksame Auswirkung von Krankheit, die von Medizinern häufig nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt wird oder werden kann.
Die Systemische Therapie als grundlegend ressourcen- und lösungsorientiertes Verfahren hat mit der Systemischen Familienmedizin ein umfassendes Instrumentarium zur Aktivierung innerer und äußerer Kraftquellen bei Kranken und ihren Familien entwickelt.
Im Workshop werden Konzepte der systemischen Familienmedizin vorgestellt und einige Techniken demonstriert. Kurze Theorieeinheiten und spielerische Demonstrationen sollen ein lust- und humorvolles Lernen ermöglichen.

Katharina von Barner
WD 03: Gewaltfreiheit als Grundsatz in der Arbeit und Erziehung gewaltbereiter Kinder und Jugendlicher - Die Praxis des gewaltfreien Widerstandes in der Erziehung. Haim Omer hat mit seinem Ansatz „Autorität durch Beziehung“ ein wunderbaren Ansatz für die Stärkung der elterlichen und professionellen Autoritäten entwickelt, die mit verhaltensschwierigen und gewaltbereiten Kindern und Jugendlichen zu tun haben. Im Grundsatz bezieht sich Haim Omer dabei auf den gewaltfreien Widerstand Gandhis, da nur so langfristig Gewalt verhindert werden kann.
Präsenz, Beharrlichkeit und Versöhnung sind weitere, wesentliche Begriffe dieses Ansatzes.
Die meisten dieser Kinder und Jugendlichen sind von dem Ansatz überrascht, können ihn aber selbst auch lernen um in ihren Krisen zu reifen.
In diesem Workshop stelle ich die philosophische Haltung des Ansatzes dar, und vermittle die Methoden, die ihn praktisch machen.
Ich selbst arbeite auf dieser Grundlage mit betroffenen Eltern und in der ambulanten- und stationären
Jugendhilfe. Seit fast zwei Jahren vermittle ich das Konzept im Kinder- und Jugenddorf „Die Klinge“.

Dr. med. Irmgard Bohmann
WD 04: Gutes Leben durch Gesundheitscoaching? Unser Gesundheitswesen und das medizinisches Denken sind ausgerichtet auf die Entstehung von Krankheiten und deren Heilung. Das Vorgehen ist krankheitszentriert, nicht personenzentriert, die subjektive Lebenswelt irrelevant. Die natürlichen Fähigkeiten eines Menschen zur Selbstheilung und zum Erhalt von Gesundheit sowie ihre therapeutische Nutzung werden kaum berücksichtigt.
Der Bekanntheitsgrad von Antonovskys Salutogenesekonzept steigt. Es lässt sich optimal durch die Beratungsform Coaching umsetzen. Coaching ist Prozessbegleitung, in der neue Ideen für Veränderung, neue Denk- und Handlungsoptionen entwickelt werden. Neben einer Änderung des Fokus hin zu Ressourcen, Kompetenzen und Lösungen spielt der Umgang mit oft unbewussten Emotionen, Überzeugungen, Loyalitäten und Antrieben eine große Rolle - und natürlich die Beachtung aller relevanten Kontexte und deren Wechselwirkungen. Der Gewinn für die Organisationen: die Stressresistenz der Mitarbeiter steigt, die Fehlzeiten sinken; der Gesetzgeber unterstützt betriebliche Maßnahmen zur Gesundheitsförderung durch eine Steuerbefreiung. Der Gewinn für die Klienten: Lebensfreude, Leistungsfähigkeit, Autonomie und Lebensqualität steigen, der Umgang mit eventuellen Einschränkungen wird erleichtert.
Wie dies konkret aussehen kann, welchen Beitrag systemische Ansätze leisten können, welche Haltung, welche inneren Bilder und welche Methoden wann hilfreich sein können, wird im Workshop erarbeitet.

Dr. Marie Luise Conen
WD 05: Ungehorsam – eine Überlebensstrategie Die Arbeitssituation vieler Helfer hat sich in den letzten Jahren erheblich verändert: Arbeitsverdichtung, hoher Leistungsdruck, Verantwortung für die Veränderung bzw. Nicht-Veränderung der Klienten, zunehmend schlechtere Bezahlung, höhere Fluktuation unter den Kollegen, finanzielle Schwierigkeiten des Anstellungsträgers, konkurrierende Dumpingpreise der freien Träger, Modewellen in den Hilfeangeboten, Absenkung der Qualifkation der professionellen Helfer usw.
Vielfach ist ein offenes sich Wehren gegen diese Entwicklungen und Misstände nicht möglich, sei dies weil negative Sanktionen befürchtet werden müssen oder sei es weil keine oder nur eingeschränkte Durchsetzungsmacht besteht, entsprechend Einfluß nehmen zu können. Daher stellt sich die Frage, inwieweit es zum Überleben in der psychosozialen Arbeit auch notwendig ist, sich subversiv und "ungehorsam" zu wehren. Marie-Luise Conen wird einige Ideen zu Strategien und Vorgehensweisen darlegen, durch eine erfolgreiche Gegenwehr möglich ist.

Annette Diedrichs
WD 06: Klug entscheiden mit Kopf und Bauch Der Workshop orientiert sich am Selbstmanagementansatz des Zürcher Ressourcen Modells von Dr. Maja Storch und Frank Krause.
Bewusst bewerten wir Informationen in richtig oder falsch mit Hilfe unseres Verstandes. Wir verfügen aber auch über das sogenannte adaptive Unbewusste, das uns über diffuse Gefühle signalisiert, ob etwas seiner Ansicht nach gut oder schlecht für uns ist. Wir nehmen im Laufe unseres Lebens sehr viele solcher Bewertungen unbewusst vor und speichern sie in Form von somatischen Markern in unserem emotionalen Erfahrungsgedächtnis. Somatische Marker sind körperliche Empfindungen aus unserem unbewussten Bewertungssystem. Ein duales System im emotionalen Erfahrungsgedächtnis, teilt uns bei positiven somatischen Markern (+) mit, dass etwas gut für uns ist und wir eine Handlung starten sollten. Bei negativen somatischen Markern (-) sagt es uns, dass etwas schlecht für uns ist und schlägt entsprechend Alarm. Basierend auf diesen Erkenntnissen erfahren die Teilnehmenden in einem Vortrag und interaktiv, wie sie die beiden Bewertungssysteme, rationaler Verstand und adaptives Unbewusstes, für das Treffen von Entscheidungen so nutzen können, dass ihr persönliches Wohlbefinden erhöht wird.

Andrea Ebbecke-Nohlen
WD 07: Lebensbalancen in schwierigen Zeiten - Work Life Balance im Coaching Menschen fühlen sich bei der Suche nach dem Sinn des Lebens oft hin und her gerissen. Einige setzen auf die Arbeit und gehen darin auf, andere sehen im beruflichen Erfolg nicht ihre alleinige Erfüllung. Für sie stehen Familie, Freundeskreis und andere Lebensbereiche im Vordergrund. Besondere Herausforderungen ergeben sich immer dann, wenn individuell gegensätzliche Bedürfnisse und Zielvorstellungen unter einen Hut gebracht, vor allem berufliches und privates Leben miteinander vereinbart werden sollen. Dann sind Lösungen gefragt.
In den weit verbreiteten Work-Life-Konzepten werden die Bereiche Arbeit/Karriere, Körper/Gesundheit, Familie/Freundeskreis sowie Sinn/Werte aufeinander abgestimmt. Die Gefahr besteht allerdings, dass zusätzlicher Stress und Optimierungsdruck entsteht. Es geht also darum, kreative Lösungen und Spielräume zu finden. In diesem Workshop wird das „Lebensbalancen-Modell“ vorgestellt und mit ihm gearbeitet. Anhand von Fragestellungen aus dem TeilnehmerInnenkreis werden Möglichkeiten gesucht, eigene Bedürfnisse und Zielvorstellungen zu berücksichtigen und individuelle Lebensbalancen zu entwickeln.

Andrea Goll-Kopka / Ansgar Röhrbein
WD 08: Systemische (Familien-)Therapie jenseits des klassischen Settings - oder wie erreiche ich unterschiedliche Zielgruppen? In diesem Workshop möchten wir Ihnen alternative Vorgehensweisen/Möglichkeiten – jenseits der „klassischen“ 90 minütigen Familien- oder Einzeltherapiesitzung vorstellen: Multifamilientherapiegruppen für drei Tage in einem naturnahen Tagungshaus, Einzeltherapie“ausflüge“ in den Wald und auf die Heide, Familientherapie in der Turn- oder Gymnastikhalle, Kontaktaufnahme am Lagerfeuer oder "Nebenbei-Gespräche" im Baumarkt. Durch das Verlassen des „künstlichen“ Therapieraumes in einer Beratungsstelle, Klinik oder Praxis bieten sich zusätzliche vielfältige therapeutischen Möglichkeiten, die wir Ihnen in diesem Workshop vorstellen möchten. Anhand von Fotos und Videos oder kurzen Fallvignetten zeigen wir Ihnen, wie sich der Spielraum der therapeutischen Interventionen bereichern läßt und manchmal auch viel angemessener ist für bestimmte Lösungswege.

Dr. Gunter Joas
WD 09: Weiterleben nach dem Amoklauf. Die Arbeit mit den Betroffenen und deren Familien Am 11.03.2009 ereignete sich an einer Schule in Winnenden ein Amoklauf. In dem Seminar soll die ambulante, ressourcenorientierte therapeutische Arbeit mit direkt betroffenen Schülerinnen und Schülern und deren Familien vorgestellt werden. Zu Beginn wird eine kurze, allgemeine Einführung zum Thema „Trauma“ erfolgen. Im Sinne eines Werkstattberichts werden unterschiedliche Interventionsmöglichkeiten, imaginative Übungen etc vorgestellt. In kollegialem Austausch gibt es Raum für Rückfragen und Diskussion.

Linde von Keyserlingk
WD 10: Da, wo Sprache gänzlich versagt - Sandspieltherapie, eine projektive Heilmethode Da, wo Sprache versagt ist der kleine und große Mensch in der Lage sich mit künstlerischen Mitteln gleichsam Kryptogramme seiner inneren Befindlichkeit zu schaffen, diese so zu kommunizieren und mit Hilfe der Therapeuten zu entziffern und "einzuordnen". Es gibt ein Denken in Bildern und die Sandspieltherapie beruht auf der Fähigkeit jedes Menschen zur Symbolbildung und den Selbstheilungskräften der Seele. Enstanden aus der Arbeit von Dr. Lowenfeld, C.G. Jung und Dora Kalff und zuerst der Kinderanalyse vorberhalten, findet sie heute weltweit Eingang in viele Disziplienen, sieht einfach aus, muss aber sorgfältig gelernt werden. Systemiker staunen oft, auch ihr Denkgebäude in dieser "sanftesten aller Heilmethoden" wiederzufinden. Bildbeispiele (Fälle) und eine Übung sollen den Workshop bereichern.

Christiane Lier / Holger Lier
WD 11: Lichtblicke in schwierigen Zeiten - Schau auf das was du hast, Netzwerken mit inneren Anteilen In dem Workshop wird gezeigt, wie mit KlientInnen unterstützende Personen/Aspekte für problematisch empfundene Situationen gefunden werden. Diese werden aufgestellt, miteinander verknüpft und in der Person als „inneres“ Bild verankert. Das neu erstellte Netzwerk wird als Ressource in den Alltag und in die Zukunft mitgenommen. Dazu nutzen wir die Methode des prozessorientierten Aufstellens.

Annalisa Neumeyer
WD 12: Manchmal müsste man Zaubern können - Zaubern als Medium in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Therapeutisches Zaubern® ist eine Kombination aus Zaubern und Hypnotherapie. Durch Zaubern wird scheinbar Unmögliches möglich. Therapeutisch eingesetzt ist Zaubern deshalb ein faszinierendes Medium, um mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Kontakt zu kommen und in magischer Atmosphäre Lösungsprozesse in Gang zu setzen und damit psychische Symptome und Probleme zu behandeln. So kann Therapeutisches Zaubern in unterschiedlichen Arbeitsfeldern hilfreich eingesetzt werden: in der psychotherapeutischen Praxis, in Beratungsstellen für Eltern und Kinder, in der Suchtberatung, im Krankenhaus Erlernen einfacher aber wirkungsvoller Zauberkunststücke, Präsentation und Aufbau einer magischen Atmosphäre, Zauberkunststücke mit lösungsorientierten Metaphern und Geschichten.
Literatur: Annalisa Neumeyer: Wie zaubern Kindern hilft. Klett-Cotta Verlag Stuttgart 2003, Annalisa Neumeyer: Mit Feengeist und Zauberpuste. Zauberhaftes Arbeiten in Pädagogik und Therapie. Lambertus-Verlag Freiburg 2000, Annalisa Neumeyer: Zauberhafte Lösungen in der Kindertherapie. Zaubern als Medium in der Arbeit mit Kindern. In: K. L. Holtz/S. Mrochen/P. Nemetschek/B. Trenkle (Hrsg.): Neugierig aufs Groß-werden. Praxis der Hypnotherapie mit Kindern und Jugendlichen. S. 251 – 270 Carl-Auer-Systeme-Verlag Heidelberg 2000

Mechthild Reinhard
WD 13: Kraftvolle hypnosystemische Hoffnungsmuster für Lehr- und Lernräume auf Augenhöhe Hoffnungsmuster oder besser Sehnsuchtsmuster wirken in mir schon seit meiner frühesten Kindheit: Ich träume von Lernräumen, in denen ich Lust empfinden und meine kreative (mit)gestaltende Kraft entfalten kann ohne damit anderen wehzutun, in denen ich die schöne Freiheit des Denkens und Handelns erlebe ohne dadurch in Gefahr zu geraten und in denen ich konkret – ja hautnah - spüre, dass die eigene und fremde Autonomie respektiert, geschützt und sogar gefördert wird.
Solche 2 x 2 = GRÜN – Räume gibt es. Sie sind möglich, sind gelebtes Leben – leider immer noch viel zu selten und versteckt. Viele Symptombildungen unserer Zeit wie AD(H)S bzw. die sogenannten „Lernstörungen“ erzwingen m. E. - förmlich wie eine sehnsuchtsvolle Revolte - eine andere Lehr- und Lernkultur. Zur Erforschung gelingender Gestaltungsmuster im HIER und JETZT könnte der Workshop ein Beitrag sein. In ihm werden ich einige Ideen aus meiner eigenen Forschungs- bzw. Erfindungswelt anbieten, die ich selbst als „META-Muster einer Lernkultur auf Augenhöhe“ deute. Dazu würde ich mich ausgesprochen gern mit Ihnen in einen experimentellen Diskursraum begeben...
Denn: Es gibt nichts Gutes – seit denn, man tut es!

Dr. Rüdiger Retzlaff
WD 14: Kreative Systemische Therapie mit Kindern und Erwachsenen Gute Therapien enthalten immer auch spielerische Elemente und nutzen das kreative Potential der Klienten und des Therapeuten. Dieser Workshop vermittelt Interventionstechniken aus der reich bestückten systemischen Spielzeugkiste. die eine stärker erlebnis– und erfahrungszentrierten, spielerischen Qualität in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ermöglichen und geeignet sind, Therapien lebendig und fröhlicher und gleichzeitig wirksam zu gestalten. Besonderer Schwerpunkt ist die Arbeit mit Geschichten und narrativen Techniken.

Dr. Klaus Schenck
WD 15: Vom tierisch guten Leben (und von der Nuss im Mist …) In diesem Workshop geht es auf spielerische Weise um Metaphern und systemische „Meta-Pheränderungen“.
Wenn dieser Workshop ein Film wäre, dann eine Art „Kinder des Olymp“ oder „Moulin Rouge“:
mit Vielfalt Spiel, Träumen Hindernissen, Lust Last und wechselnden Maß-Stäben. Wäre er ein Garten, dann ginge es hier darum, Erde aufzulockern, Saatgut auszubringen - und vielleicht auch schon die eine oder andere Nuss zu knacken. Als Zoo zeigte er weiße Elefanten, dreibeinige Esel - und tierisch gute Lösungen! Schon ohne Film und Zoo steckt unsere Alltagssprache voller Metaphern. Die können wir gut brauchen und gezielt nutzen - auch im Kontext systemischer Beratung und Supervision. Sie eröffnen verborgene Zugänge zu „inneren Welten“ und ihren „Landkarten“, eigenen und denen von Klienten. Der vermeintliche Umweg über die Metapher entpuppt sich auf der gemeinsamen Beratungs-Expedition oft als Abkürzung auf dem Lösungsweg. Wenn Sie hier „voll einsteigen“, könnte Ihnen das „unter die Haut gehen“! Dafür ist Ihnen nachher vielleicht „ein Licht aufgegangen“ und Sie gehen „erleichtert“, „hochgestimmt“ oder gar „beflügelt“ weiter auf dem Weg zum guten Leben - dem Ihrer KlientInnen und Ihrem eigenen.

Marion Schenk / Dr. Heide Völtz
WD 16: Gute Zeiten, schlechte Zeiten!? Sie haben die Wahl!“ Selten war die Dichte von Seminaren, Ratgebern, Artikeln in (Fach)zeitschriften so groß wie in den letzten Jahren auf der Suche nach der ganz persönlichen Glücksformel, Ein Gegengewicht will dieser Workshop dazu setzen und mit den klassischen Grundlagen der Systemtheorie entlang der System-Umwelt-Differenz die Ambivalenz von guten und schlechten Zeiten, von Alltagsgeschäft und Krisensituationen in Organisationen und beruflichen Handeln thematisieren. Es soll die Frage nach den Beobachterkriterien gestellt werden, wer entscheidet, was „gut“ und was „schlecht“ ist? Es geht um die Spielräume und Verantwortung für die Konstruktion der eigenen Sicht der Dinge. Das Anknüpfen an betriebliche Codes, wo das Jammern und Klagen oder aber der konstruktive Umgang mit herausfordernden Situationen gepflegt wird, werden Grundlage für eine Standortbestimmung der TeilnehmerInnen und eine subjektive Organisationsanalyse sein.
Der verbreiteten Vorstellung, immerwährende Glückszustände wären ein anzustrebendes Lebensziel, soll eine Vorstellung gegenübergestellt werden, dass Anstrengung und Schwierigkeiten ein ebenso lohnender, manchmal sogar attraktiverer Zustand sein können und ganz im Spencer-Brownschen Sinne der Unterscheidung das eine ohne das andere nicht denkbar ist.

Dr. Astrid Schreyögg / Rüdiger Beinroth / Michael Stanislawski
WD 17: Systemische Supervision und Systemisches Coaching - Abgrenzungen und Gemeinsamkeiten Der Workshop wird von der DGSF-Fachgruppe Systemische Supervision, Coaching, Organisationsberatung angeboten. Die Referentin Dr. Astrid Schreyögg ist ausgewiesene Expertin und international erfahrene Praktikerin in Sachen Supervision und Coaching. Unter ihrer Leitung werden wir im Rahmen des Workshops der Frage nachgehen, was das spezifisch „Systemische“ in Supervision und Coaching ist. Insbesondere wollen wir dabei Gemeinsamkeiten und Unterschiede thematisieren, die durch die verschiedenen Arbeitskontexte – etwa in sozialen Einrichtungen, Kliniken oder Unternehmen – an Coaching und Supervision gestellt werden. Damit führen wir die fachliche Auseinandersetzung weiter, die in unserem Fachgruppenforum auf der DGSF-Jahrestagung in Potsdam im September 2009 angestoßen wurde.

Prof. Heike Stammer
WD 18: Ein Kommunikationstraining für Krebspatientinnen und ihre Lebenspartner Unterstützung von nahe stehenden Menschen ist eine wesentliche Ressource für psychische Stabilität im Verlauf einer Krebserkrankung. Eine Krebsdiagnose lähmt manchmal die Gespräche in der Familie und Partnerschaft, weil Unsicherheit und der Wunsch den anderen nicht zu belasten, dazu führen können, dass bestimmte Themen tabuisiert werden. Dies kann Gefühle von Hilflosigkeit und Isolation bei allen Beteiligten verstärken. Eine funktionierende Kommunikation zwischen der Erkrankten und ihrem Lebenspartner vermittelt beiden Seiten Nähe und hilft, die Bedürfnisse des anderen besser zu verstehen.
Am Brustzentrum der Universitätsfrauenklinik wurde ein eintägiger Kommunikationsworkshop entwickelt für Paare, bei denen die Frau an einem gynäkologischen Tumor erkrankt ist. Das Konzept soll in dem Beitrag detailliert vorgestellt werden. Grundüberlegung war ein niederschwelliges supportives Angebot zu entwickeln, dass Paaren sowohl konkrete Gesprächshilfen vorstellt, aber auch neue erlebnisorientierte Erfahrungsmöglichkeiten bietet (durch eine musiktherapeutische Interventionseinheit und durch zeitweise getrennte Frauen- und Männergruppen).

Dr. Manfred Vogt
WD 19: Lösungen gestalten – Malen, Zeichnen und Externalisieren Ein Überblick zu verschiedenen malerischen Interventionen in unterschiedlichen Lebensaltern stellt den Beginn dar. Angefangen von Kritzelbildern für Kleinkinder über Figuren- und Skalenbilder bis zur Blume der Identität erhalten die TeilnehmerInnen Kenntnisse zu einzelnen Interventionen für Kinder und Jugendliche.
Vogt, M. (2007). Wenn Lösungen Gestalt annehmen, Dortmund: Borgmann, Vogt, M. Dreesen, H. (2008). Rituale – Externalisieren - Lösungen, Dortmund: Borgmann, Vogt, M. Caby, F. (2009). Ressourcenorientierte Gruppentherapie mit Kindern und Jugendlichen, Dortmund: Borgmann

Petra Wagner / Martin Solty
WD 20: Präsenzkongress – Prinzip des Aufschubs Das Konzept von Haim Omer und Arist von Schlippe der elterlichen Präsenz wird in diesem Workshop körperlich erlebbar. Neben einer kurzen Einführung der bekannten Methoden wollen wir den TN durch verschiedenen Körperübungen das Konzept "spürbar" nahe bringen und so machbare Alternativen "in schwierigen Zeiten" anbieten.
Wir laden ein, in diesem erfahrungsstrukturiertem Workshop sich auf einem "Präsenzkongress" zu erleben, das "Prinzip des Aufschubs" hautnah zu erleben und mit den anderen TN "ein Netz der Unterstützung zu knüpfen"

Ulrike Behme-Matthiessen / Thomas Pletsch
WF 01: Elterncoaching in der Schule - Familie in Schule - FiSch Die Verhaltensprobleme von Schülern nehmen zu und es wird immer deutlicher, dass sie nur unter Einbeziehung und mit Unterstützung des Elternhauses lösbar sind.
Angeregt durch Modelle aus England und Dänemark wurde das FiSch Programm (Familie in Schule) zur Reintegration von Schülern mit sozial-emotionalen Auffälligkeiten entwickelt.
Im FiSch-Programm unterstützen die Eltern ihre Kinder bei der Umsetzung schulischer Verhaltensziele im Unterricht, begleitet durch Elterncoaching und multifamilientherapeutische Gespräche.
In diesem Workshop werden die Grundlagen von FiSch vorgestellt, Schwerpunkt ist eine praxisbezogene Darstellung des Elterncoaching, unter anderem anhand von Videomaterial.

Dr. Irmgard Bohmann
WF 02: Systemische Strukturaufstellungen (SySt®) nach Varga von Kibéd und Sparrer - Theorie und Praxis Systemische Aufstellungsarbeit ist ein Verfahren der systemischen Therapie, bei dem Systeme durch räumliche Anordnung von Personen simuliert werden. Dabei sind SySt® spezifisch charakterisiert durch lösungsfokussiertes, syntaktisches (von Deutungen möglichst weitgehend absehendes) und systematisch ambiges (zugleich mehrere Symbolisierungsebenen betreffendes) Vorgehen.
SySt® wurden in den letzten 20 Jahren von Insa Sparrer und Matthias Varga von Kibéd entwickelt. Es handelt sich um ein systemisch-konstruktivistisches Verfahren. Die Grundidee bei SySt®, liegt darin, das innere Bild, das die KlientIn von einem für sie gerade problematischen System hat, zu ändern mit dem Ziel einer Lösungsfindung. Grundprinzipien des Systemverständnisses werden von der Familie auf andere Systeme übertragen, Prinzipien, die in anderen Systemen zu finden sind, werden auf Familiensysteme, Organisationen, Körpersysteme etc. zurück gespiegelt. Diese Vorgehensweise ist auch außerhalb des rein therapeutischen Kontextes (Beratung, Coaching, Supervision, Kreativitätstrainings) höchst wirksam anwendbar.
Wichtige Aspekte unterscheiden diese Art des Arbeitens von der Arbeit Hellingers. So haben die SySt® eine systemtheoretische Begründung. Im Workshop werden die Wurzeln dieser Arbeit und die therapeutische Haltung erläutert und mithilfe von Übungen veranschaulicht.

Dr. Michael Bohne
WF 03: Aktivierung von (neuronaler) Selbstorganisation und Verbesserung der Selbstbeziehung durch PEP. Eine integrative Beschleunigungstechnik für Psychotherapie, Traumatherapie und Coaching. Die Prozess- und Embodiment-fokussierte Psychologie (PEP) ist das Resultat der konsequenten prozess- und selbstbeziehungsorientierten Weiterentwicklung der Energetischen Psychologie.
PEP ist eine zeitgemäße Weiterentwicklung der bekannten Klopftechniken, der es unter anderem darum geht, die Energetische Psychologie zu entmystifizieren.
In der PEP werden dysfunktionale Denk-, Fühl- und Verhaltensmuster durch eine Pertubation neuronaler Netzwerke mittels multipler neuronaler Stimulationen (Klopfen auf Akupunkturpunkten, Augenrollbewegungen, Summen, Zählen, Affirmationen aussprechen, etc.) verändert. Des Weiteren wird die Selbstbeziehung konsequent durch Selbstakzeptanzübungen verbessert, was erfahrungsgemäß auch zu einer Verbesserung der Beziehung zu anderen führt.
Für Therapeuten hat sich PEP als selbstfürsorglicher Schutz vor Burn-out und sekundärer Traumatisierung bewährt. Aufgrund der Prozessorientierung lässt sich PEP sehr gut in die bekannten Psychotherapiemethoden integrieren.
PEP ist eine Zusatz- und keine Wundertechnik, hat klare Grenzen und nichts mit Esoterik zu tun. PEP ist prozess-, bzw. phänomenologiefokussiert und nicht technik- bzw. protokollorientiert und kommt ohne den aus der Kinesiologie bekannten Muskeltest aus.
Bohne, M. (Hrsg.): Klopfen mit PEP. Prozessorientierte Energetische Psychologie in Therapie und Coaching. Carl Auer Verlag, Heidelberg, 2010.
Bohne, M.: Bitte klopfen! Anleitung zur emotionalen Selbsthilfe. Carl Auer Verlag, Heidelberg, 2010.
Bohne, M.: Feng Shui gegen das Gerümpel im Kopf. Blockaden lösen mit Energetischer Psychologie. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2007.
Bohne, M.: Einführung in die Praxis der energetischen Psychotherapie. Carl Auer Verlag, 2008

Dr. Ulrike Borst
WF 04: War’s das schon? - Coaching und Therapie in der Lebensmitte. Manchmal ist es im Beruf, manchmal in der Paarbeziehung, manchmal in beidem gleichzeitig: bei allem Stress macht sich Langeweile breit, der Zenit der Leistungsfähigkeit und Liebenswürdigkeit scheint überschritten. Andere sind besser, jünger und schöner. Selbstzahler nennen es Coaching, die anderen anders, was nun gesucht wird: Unterstützung für mehr Mut, gute Ideen, neue Perspektiven, Konfliktlösungen. Im Workshop werden Methoden, vor allem die Arbeit mit der Biographie und der Lebenslinie, an Fallbeispielen dargestellt und der Wechsel / die Abgrenzung zwischen Coaching und Therapie thematisiert. Kernbergs „Narzissmus der zweiten Lebenshälfte“ wird auf seine Validität (face validity) und die therapeutischen Konsequenzen überprüft.

Dr. Christian Firus / Christian Schleier
WF 05: Systemische Traumagruppentherapie - Erfahrungen aus einem Klinikprojekt Im Kontext der psychosomatischen Rehabilitation stellen wir eine deutliche Zunahme von PatientInnen mit komplexer Posttraumatischer Belastungsstörung fest. Wie kann es gelingen PatientInnen mit schweren dissoziativen Störungen im Rahmen einer systemisch ausgerichteten Rehaklinik stabilisierend und lösungsorientiert zu behandeln?
Wir haben in der Klinik ein Gruppentherapieprogramm entwickelt, das den Versuch einer Integration von Systemischer Therapie und Traumatherapie darstellt. Die psychische und emotionale Stabilität der PatientInnen, ihre Resilienz und persönlichen Ressourcen sollen dabei gefördert und die Gruppe als Selbsthilfesystem etabliert werden. Ein ausgearbeitetes Therapiemanual dient dabei PatientInnen und therapeutischem Team als Orientierung bei der gemeinsamen Wirklichkeitskonstruktion. Das Gruppenkonzept ermöglicht bei gleichem zeitlichem Aufwand eine intensivere Therapie, die auf verschiedenen Ebenen Synergieeffekte bewirkt (z.B. entwickelten sich Vernetzung und Selbsthilfearbeit über den Klinikrahmen hinaus.) Wir berichten von der zweijährigen Erfahrung der Implementierung und stellen die Schwerpunkte des Gruppenprogramms vor.
Wir würden uns über einen gemeinsamen Erfahrungs- und Ideenaustausch freuen.

Michaela Herchenhan
WF 06: Gut behütet auch in eisigen Zeiten mit dem " Hütchenmodell„ Das Hütchenmodell ermöglicht Eltern, Kindern und TherapeutInnen in Zeiten der Trennung und Scheidung eine strukturierte und deeskaliernde Zusammenarbeit. Die Methode von Virginia Satir (Teil ihres Scheidungsrituals) wurde von mir in vielen Praxisjahren weiterentwickelt und kann leidvolle verfestigte Sichtweisen und Dynamiken in Familiensystemen erfolgreich verändern.

Dr. Hans Jellouschek
WF 07: Systemisch-integrative Paartherapie- Eine Einführung Ich biete seit etwa 25 Jahren eine Fortbildung in Paartherapie an, die sich seither großer Beliebtheit erfreut. Das integrative Konzept aus systemischen, tiefenpsychologischen und lerntheoretischen Ansätzen möchte ich in diesem Workshop darstellen

Dr. Carmen Kindl-Beilfuß
WF 08: Warum die Liebe ein Abenteuer bleibt – und guter Sex nicht (nur) in der Phantasie stattfinden sollte
Ist eine Partnerschaft nicht Abenteuer genug? Bestehen Männer und Frauen nicht täglich ihr ganz persönliches Abenteuer? Viele Menschen kennen trotz Beziehung das leise Gefühl von innerer Einsamkeit, fühlen sich zu wenig gestreichelt, geküsst und seelenberührt. Der tiefste Wunsch heißt, mehr geliebt zu werden - wie aber hält man die Liebe wach? Wie gelingen tiefe, schöne Gespräche, verzauberndes Lächeln, innige Berührungen? Wie finden Paare zurück zu Spannung, Freude, tiefer Umarmung und gutem Sex? Die meisten Paare kommen zur Paartherapie, wenn sie in ernsten Schwierigkeiten stecken, mit Streitigkeiten, hohen Barrikaden und Trennungsgedanken.
Ein Neuanfang gelingt keinesfalls durch „Aufarbeitung von Freudlosigkeit“, sondern vielmehr durch Lust auf Veränderung, den Mut, etwas zu wagen, zu erleben und sich auf diese Art neu zu entdecken. Wir empfehlen Paaren, schon auf Lustlosigkeit, vermehrtes Schweigen und beginnende Einsamkeit in der Beziehung zu reagieren und eine Reise zu buchen – nein, nicht im Reisebüro, sondern ein Paarcoaching. Liebe braucht gute Erinnerung, noch mehr aber Mut für große Wagnisse – immer und immer wieder – im Ruhestand wird sie im besten Fall alltäglich – im schlimmsten Fall stirbt sie!

Ludger Kühling
WF 09: Kein Leben ohne Lügen (F.W. Nietzsche)
Und noch ein Spruch! Wie sich Aphorismen in Sozialarbeit, Therapie und Supervision einsetzen lassen
Sprüche lassen sich auf vielfältige und kreative Weise in einsetzen. Insbesondere in schwierigen Lebenssituationen können mit Aphorismen neue Perspektiven entwickelt werden: Die Anlässe mit Sprüchen zu arbeiten können sein: eine Klientin ist skeptisch gegenüber Lösungsideen, ein Klient schildert seine Situation als hoffnungslos, eine SozialarbeiterIn sieht wenige Handlungsoptionen in der Begleitung eines Klienten, eine Familientherapeutin möchte etwas Neues ausprobieren, ein Supervisor möchte in der Supervision philosophieren.
Im Workshop werden verschiedene Varianten, Aphorismen im Kontext der Beratung, Therapie und Supervision vorgestellt und diskutiert. Der Workshop bietet Raum mit den Varianten „Sprücheberatung“ und „Spruchentwicklung“ zu experimentieren.

Dr. Wilhelm Rotthaus
WF 10: Gute Zusammenarbeit trotz schwieriger Zeiten - Arbeit mit den Eltern in Jugendhilfe und Jugendpsychiatrie Eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern ist nach allen wissenschaftlichen und praktischen Erkenntnissen einer der wichtigsten Faktoren für ein erfolgreiches Arbeiten in Jugendhilfe und Jugendpsychiatrie. Alle Beteiligten, die Kinder und Jugendlichen, die Eltern und die Erzieherinnen und Therapeutinnen profitieren, wenn Kooperation gelingt. In dem Workshop soll behandelt werden, wie das auch unter schwierigen Voraussetzungen erreicht werden kann.

Gabriele Schaal
WF 11: Zwischen Erschöpfung und Erfüllung - Beratung und Therapie pflegender Angehöriger Die Lebenswelt von pflegenden Angehörigen ist meist geprägt von Überlastung und Erschöpfung. Eigene Bedürfnisse werden häufig zurückgesteckt. Für ein hohes Engagement in der Pflege ernten die Angehörigen zeitweise Bewunderung oftmals aber auch Unverständnis, scheint doch dieses Engagement und eine starke Verantwortlichkeit der Erfüllung ihrer Wünsche entgegen zu stehen. Gegenüber Ideen für Entlastung zeigen sich Angehörige scheinbar abwehrend. Sie sehen sich nicht in der Lage die Situation zu verändern. Eine stärkere Abgrenzung von der Pflegesituation zieht häufig jedoch auch auf kritische Nachfragen aus dem Umfeld nach sich. Um pflegende Angehörige in der Beratung und Therapie erreichen zu können bedarf es einen Zugang zu dieser besonderen Lebenswelt zu bekommen. Dieser Workshop gibt Einblicke in die Situation und das Erleben von pflegenden Angehörigen und zeigt Möglichkeiten beraterischer und therapeutischer Unterstützung auf.

Dr. Henning Scherf
WF 12: Die Alten fördern, fordern,einbeziehen. Wir Alten werden immer mehr und viele von uns sind in außerordentlich guter Verfassung. Wir suchen uns Aufgaben, die uns anregen, die unsere Kompetenz herausfordern. Dafür braucht es ein Umdenken in der Beschäftigungspolitik und der bis ins Alter verlängerten Weiterqualifizierung. So könnte die durch den demographischen Wandel bedingte veränderte Lage eine große Chance für die Zivilgesellschaft werden.

Dr. Gunther Schmidt
WF 13: Das „Prinzip des polynesischen Segelns“ für Führungsverhalten, Zielentwicklung, optimale Lebens- Balance und Veränderungsprozessen in komplexen dynamischen Organisations- Systemen. Wie kamen die Polynesier auf diesem riesigen Pazifik auf die diversen Inseln, ohne GPS etc.? Von ihnen (oder dem, was man ihnen ethnologisch so nachsagt) kann man für komplexe Lebenssituationen, anstehende Veränderungsprozesse bei sich selbst und/ oder in Organisationen etc. viel lernen u.a. darüber: Wie Ziele gestaltet und so mit Erwartungen verknüpft werden können, dass sie Kraft gebend, motivierend und dabei Ergebnis- flexibel genutzt werden können; wie man mit Ängsten, Ambivalenzen, Verzagtheiten und Widerständen etc. bei Veränderungsvorhaben zieldienlich umgehen kann; wie man mit nicht planbaren Komplexitäten so umgehen kann, dass jede Abweichung, jeder sog. „Fehler“ als zieldienlich nutzbare Chance utilisiert werden kann; welche immer wieder nutzbaren Rituale zur Kompetenz- Reaktivierung, erneuter Ermutigung und flexiblen Steuerungsmöglichkeiten beitragen können; wie man Kraft und Sinn gebend (bis hin zu spirituellen Aspekten, wenn man dies will) mit der eigenen Begrenztheit und Endlichkeit angesichts eines „Meeres von Anforderungen, Wünschen und Erwartungen“ umgehen und diese nutzen kann; etc. etc.

Prof. Michael Schratz
WF 14: Schulen in Bewegung bringen: Erfahrungen aus dem Deutschen Schulpreis und der österreichischen Leadership Academy Durch die zunehmende Reformintensität im Bildungswesen stöhnen Schulen zunehmend unter der Bürde an Aufgaben, die ihnen heute zugemutet werden. Lebendiger Unterricht benötigt Schulen, in denen die organisationale Energie schöpferische Kraft frei setzt, damit sie atmen können. Positive Entwicklungsenergie zeigt sich dort, wo sich Lösungsorientierung mit Ressourcenorientierung paart. Für die Entwicklung der ganzen Schule heißt dies, nicht nur die Schwächen zu bearbeiten, sondern die Stärken zum Ausgangspunkt zu nehmen, um neue Lösungsräume zu erkunden. Die Leitung einer lernenden Schule schafft die Voraussetzungen dafür, dass die Ressourcen der Schule von den Betroffenen selbst für innovative Lösungen genutzt werden können.

Dr. Astrid Schreyögg
WF 15: „Neue Führungsposition“ In diesem Workshop widmen wir uns einem Thema, das im Arbeitsleben von Führungskräften mindestens einmal eine Rolle spielt: dem Wechsel in eine neue Führungsposition. Dieses Schlüsselerlebnis ist in jeder Karriere ein brisantes Ereignis, Ausgangspunkt für Erfolg oder Misserfolg. Deshalb ist es sehr lohnend, sich mit dieser Situation eingehend zu befassen, weil sie häufig krisenhaft und damit Anlass für Coaching ist. In diesem Workshop werden wir uns anhand einer Systematik, die dem Verstehen solcher Situationen dient, mit konkreten Anfangssituationen von Führungskräften befassen.

Rainer Schwing
WF 16: Vom guten Führen in schwierigen Zeiten Unternehmen, Verwaltungen, Einrichtungen des Sozial- und Gesundheitswesens gehen durch turbulente Zeiten. Die Anforderungen an Qualität und Quantität der Arbeit gehen hoch, die zu bewältigenden Problemstellungen werden schwieriger, die zur Verfügung stehenden Ressourcen knapper. Dies stellt immense Anforderungen an Mitarbeitende und Führungskräfte.
Im Beitrag werden systemische Organisationskonzepte und das Konzept der Salutogenese vorgestellt, die Orientierungen bei der Bewältigung dieser Herausforderungen geben können. Anwendungsbeispiele aus der Praxis des Autors veranschaulichen, wie diese Konzepte im konkreten Handeln umgesetzt werden können und welchen Nutzen sie entfalten. Besonderer Schwerpunkt wird darauf gelegt, wie Widerstände und Blockaden in solchen Veränderungsprozessen besser verstanden und aufgelöst oder genutzt werden können.

Prof. Walter Spiess, PhD
WF 17: Ein Weg zum guten Leben in schwierigen Zeiten: Folge der „Logik des Gelingens“
Die „Logik des Gelingens“ (Spiess 2000) ist eine Art und Weise zu denken und zu handeln, die „gute“ von „schlechten“ ProblemlöserInnen unterscheidet: „Gute“ ProblemlöserInnen entwerfen eine ganz konkrete Vorstellung davon, wie die Dinge sein werden, wenn das Problem gelöst ist. „Gute“ ProblemlöserInnen analysieren, bevor sie etwas verändern, was im Hinblick auf diese erwünschte Zukunft bereits funktioniert. Diese positiven Schlüsse habe ich aus einer Reanalyse von Dörners Untersuchungs–ergebnis–sen zum menschlichen Problemlösen (Die Logik des Misslingens, 1989) für mich gezogen. Wie wir diese „Logik des Gelingens“ nutzen können, um im Beruf oder im Privatleben zu „besseren“ Entscheidungen zu gelangen und so ein „gutes“ oder „besseres“ Leben zu entwickeln, das möchte ich in meinem workshop mit Ihnen und anhand Ihrer „Beschreibungen“ von Ihrem vielleicht schwierigen Leben durchspielen.

Kurt Starke
WF 18: Die böse Welt der Erotografie
„Wie hältst Du’s mit der Fleischeslust?“ hat als Gretchenfrage ausgedient. „Wie hältst Du’s mit der Pornografie?“ nicht. Was ist es, was an Pornografie so aufregt? Woher rührt die allgemeine Verbotslust? Das Phänomen Pornografie ist vage, widersprüchlich, verrucht. Jeder hat einen Begriff von Pornografie. Keiner kann Pornografie definieren. Niemand kennt Pornografie wirklich ganz. Das Internet ist zu einem gigantischen Sexwarenhaus geworden. Der Workshop stellt sich diesem nebulösen Zustand und will die Sicherheit im Umgang insbesondere in Bezug auf Jugend, Pornografie und Internet erhöhen.

Dr. Julika Zwack
WF 18: Surviving the Organisation“ – Einige Landkarten zur Navigation im ganz normalen organisationalen Wahnsinn Organisationen beschäftigen uns. Manchmal mehr oder auf andere Weise, als wir uns dies wünschen. Für viele stellt sich die Frage: Wie kann ich mit den alltäglichen Widersprüchen, Einladungen und Frustrationsquellen meiner Organisation so umgehen, dass ich dabei gesund und zufrieden bleibe?
Systemisch-konstruktivistische Theorieansätze machen für den alltäglichen „ganz normalen Wahnsinn“ in Organisationen ein nützliches Interpretationsangebot. Im Workshop werden deshalb praktische Implikationen der systemischen Organisationstheorie vorgestellt. Auf dieser Basis werden Fragen, Haltungen und Interventionen entwickelt, die sich für eine konstruktive Auseinandersetzung mit prototypischen Frustrationen und Herausforderungen in Organisationen bewährt haben. Basishypothese ist dabei, dass Formen der intelligenten Distanzierung die Voraussetzung für Identifikation und nachhaltiges Handeln im Organisationskontext sind.

Dr. Eia Asen
WFN 01: Systemische Intervention bei Multi-Problemfamilien Dieser Workshop befasst sich mit Familien, die nicht freiwillig kommen, sondern durch den Druck von Jugendämtern, Gerichten und Schulbehörden. Im Hauptbrennpunkt steht die Darstellung, wie man konkret mit einer solchen Arbeit anfängt, wie man in verschiedenen Arbeitskontexten systemisch mit den Familien arbeitet und welche Arbeitweisen und Techniken man bei verschiedenen Problematiken anwendet. Interventionen spielen sich auf diversen Ebenen ab: individuell, Paar, Familie, sozialer Kontext, Helfersystem, wie auch Multifamilienarbeit. In dem Zwangskontext einer Familientagesklinik oder einer ‚Familienschule’ werden diese Familien anfangs gegen ihren Willen untersucht und therapiert. Video- und DVD-Beispiele illustrieren den Ansatz.

Dr. Ariane Bentner
WFN 02: Die Kunst des Wandel(n)s oder: Wie Veränderungsprozesse trotz widriger Umstände gelingen können Ob in der Zweierbeziehung oder im Unternehmen: Ohne Veränderung wird das Leben schnell langweilig und Entwicklung unmöglich. Dabei sind Wandel und Veränderung ganz natürliche Prozesse in sozialen Systemen. Gleichzeitig lösen viele Veränderungsprozesse in unserer Kultur massive Widerstände und Abwehrstrategien aus, denn wir wollen ungern etwas verlieren. Leider funktionieren die wenigsten Veränderungsprozesse jedoch ganz ohne (Reibungs-)Verluste.
Ich möchte in diesem Workshop mit Ihnen durch verschiedene Veränderungsszenarien wandeln und zeigen, wie Menschen zu verschiedenen Zeiten und Kulturen Veränderung und Wandel gestaltet haben und gestalten. Insbesondere möchte ich zwei Arten von Wandel betrachten: was macht Veränderungsprozesse erfolgreich und was erhöht die Wahrscheinlichkeit ihres Scheiterns? Fokussieren möchte ich auch auf die Frage, wie wir unseren Widerstand gegen den Wandel lustvoller gestalten und genießen könnten....
Die Erfahrungen der Teilnehmenden mit Wandel und Widerstand sind willkommen.

Lars Burmeister / Dr. Leila Steinhilper
WFN 03: Leben in Widersprüchen Themen wie Effizienz und Effektivität gewinnen in Unternehmen immer mehr an Bedeutung - besonders in Krisenzeiten. Dennoch kommt es besonders in diesen Zeiten stärker denn je drauf an, auch die Herzen der Menschen zu erreichen. Wir versuchen, in unserer Arbeit diesen vermeintlichen Widerspruch zu integrieren. Dabei weisen uns das Konzept der drei Lieben ebenso wie der Ansatz der komplementären Beratung den Weg. Unsere Haltung: Der Glaube an das Gute im Schlechten in diesen schwierigen Zeiten...

Georg Daniel Christ
WFN 04: Gutes Leben dank schwieriger Zeiten - Lebenslinien als Vehikel zum Ressourcenfinden In schwierigen Zeiten gilt es, eine Menge auszuhalten und zu überstehen, unabhängig von der jeweiligen Lebensphase. Bewährte Bewältigungsstrategien scheinen an ihre Grenzen zu stoßen, neue Wege müssen gefunden, neue Ressourcen erschlossen werden. Gelingt dies, so kann Krise als der Entwicklungsmotor schlechthin für neue Ideen, Wachstum und persönliche Weiterentwicklung betrachtet werden. Nur - erschließt sich uns und unseren KlientInnen diese eher theoretische Betrachtungsweise auch im eigenen Erleben? Um in einem therapeutischen Prozess vom Denken ins Erleben zu kommen, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Eine lebendige Methode ist die Arbeit mit Lebenslinien, die eine interaktive Auseinandersetzung in Form einer Zeitreise zu eigenen Ressourcen, Glaubenssätzen und Wandlungsprozessen ermöglicht. Im Workshop werden Möglichkeiten der Ressourcensuche mit Lebenslinien demonstriert und anschließend in kleinen Gruppen selbst erfahrbar. In die Arbeit mit Lebenslinien kann man leicht Elemente anderer Methoden einbinden, um den Prozess zu verflüssigen wie beispielsweise körperorientiertes, hypnotherapeutisches, oder Techniken aus der Energiepsychologie. Der Workshop ist in diesem Sinn auch eine Einladung, das Methodenspektrum der TeilnehmerInnen untereinander auszutauschen und zu erweitern.

Dr. Ulrike Eisentraut
WFN 05: Gutes Leben in und nach schwierigen Zeiten - Kriegsschicksale und die transgenerationalen Auswirkungen auf Familien Obwohl der 2. Weltkrieg mehr als 60 Jahre vorbei ist und die zerstörten Städte längst wieder aufgebaut wurden, begleiten Familien noch innere Bilder aus dieser Zeit. Menschen, die den Krieg jung oder als Kinder erlebten, haben bis heute lebhafte Erinnerungen an Bombennächte, Hunger, Tod, Flucht und Vertreibung. Einige können gut damit umgehen und haben zu einem guten Leben gefunden. Andere haben „unsagbares“ Leid tief in sich vergraben. Diese „vergrabenen Inneren Bilder“ haben auch ihre Familien geprägt. Sie erschweren oder verhindern manchmal individuelle Entfaltung und glückliche Entwicklungen. Mut zum guten Leben nach schwierigen Zeiten - an Praxisbeispielen werden unterschiedliche therapeutische Ansätze zur Veränderung Innerer Bilder und der damit verbundenen Glaubenssätze und Lebensgefühle vorgestellt.
Der interaktive Workshop lädt die TeilnehmerInnen auch zur Reflektion ihrer eigenen Geschichte ein.

Michael Faschingbauer, MBA
WFN 06: Effectuation: (Anders) denken, entscheiden und handeln in unberechenbaren Situationen Wer von schwierigen Zeiten spricht, meint meist Ungewissheit im Bezug auf die Zukunft. Wie kann man also ein gutes Leben führen und Neues in die Welt bringen, wenn die Zukunft ungewiss, die Ziele verhandelbar und die Umwelt durch viele Akteure formbar ist? Praktische Impulse zur Beantwortung dieser Frage bieten aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse über Effectuation, Expertise erfahrener Unternehmer – ihrerseits Helden in den Ozeanen der Ungewissheit. Im ersten Teil dieses Workshops wird Effectuation als eigenständige Logik (im Gegensatz zu linear-kausaler Logik) für produktiven und zugleich risikoreduzierenden Umgang mit unberechenbaren Situationen vorgestellt. Danach werden wir erkunden, was Effectuation in so unterschiedlichen Kontexten wie Führung, Innovation, Beratung, Karriereentwicklung aber auch im Selbstmanagement zum guten Leben unter Ungewissheit beitragen kann.

Kurt Hahn
WFN 07: Sehnsuchtsziel Gelassenheit - achtsamkeitsbasierte systemische Konzepte für Praxis und Psychohygiene systemischer Coaches ,Therapeutinnen und Berater „Gehe gelassen inmitten von Lärm und Hast..“ heisst es in einer Kirche in Baltimore.
Psychosoziale Fachleute kommen bei chronifizierten Problemlagen oder als unveränderbar sich zeigenden Schwierigkeiten (Restriktionen) mit lösungsfokussierenden, direkt auf Veränderung setzenden Interventionen oft schnell an ihre Grenzen. Der Workshop soll Appetit anregen, systemisch inspirierte achtsamkeitsbasierte Haltungen und Strategien in persönlich stimmiger Art in die psychosoziale Berufspraxis und den Alltag einzubauen. Wir beginnen mit spielerischen ,körperzentrierten Fokussierungsangeboten des gegenwärtigen Moments. Es folgt eine Kurzdarstellung der Chancen und Risiken achtsamer(Selbst-) Kommunikation aus systemischer Sicht mit Vertiefungsmöglichkeiten in der Nacharbeit über Handouts und eine Literaturliste. Als praktisches Tool folgt eine vom Referenten komponierte achtsamkeitsbasierte systemische Selbstcoaching-Übung für den Umgang mit Problemen und Herausforderungen des Alltags. In verdichteter Form sind in diesem Tool viele Elemente achtsamkeitsbasierter systemischer Intervention integriert, insbesondere die hypnosystemische Arbeit mit Inneren Anteilen, Dissoziationsstrategien zum Aufbau einer sicheren Wohlfühl-Beobachterposition und Bewegungselemente des genussvollen Herumwanderns zur Perspektivenerweiterung .Auch zu diesen achtsamkeitsbasierten systemischen Konzepten gibt es ein Handout und eine Literaturliste.

Björn Enno Hermans
WFN 08: Vor der Playstation braucht man keine Gummistiefel – Freizeitverhalten von Kindern und Jugendlichen heute und mögliche (systemische) erlebnis- und handlungsorientierte Interventionen Mehr als 50 % aller Einweisungsdiagnosen in (teil)stationäre kinderpsychiatrische Behandlung lauten insbesondere in städtisch geprägten Regionen „ADHS“.
Welche Bedeutung hat das heutige Freizeitverhalten oder besser die Möglichkeiten, sich in der Freizeit zu verhalten im Hinblick auf psychische Auffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen und welche Hypothesen zu Wechselwirkungen gibt es?
Was bedeutet das für eine systemische Kinder- und Jugendlichentherapie und welche erlebnis- und handlungsorientierten Elemente können (vor allem auch mit Jugendlichen) genutzt werden?
Neben einer kurzen thematischen Einführung sollen im Workshop gemeinsam Möglichkeiten, Methoden und Ideen „gesponnen“, ausgetauscht und diskutiert werden, um mindestens eine ganz konkrete neue Idee mit in den eigenen Arbeitsalltag nehmen zu können.

Alexander Korittko
WFN 09: Das Gute im Schlechten - Posttraumatisches Wachstum bei Einzelnen und in Familien In den gängigen Konzepten zur Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung wird auf den Einzelnen als Behandlungseinheit abgezielt und die jeweils anzuwendende Technik der Therapeuten wird zur wichtigsten Ressource. Dabei wird außer Acht gelassen, dass viele Erwachsene nach einem Monotrauma keine PTBS entwickeln, die meisten Menschen im traumatischen Schock peri-traumatische Ressourcen entwickeln, die ihnen helfen, die schmerzhafte Erfahrung zu verkraften, drittens die wichtigste Ressource in den familiären und sozialen Beziehungen der Betroffenen liegt. Das gilt besonders bei außerfamiliärer Traumatisierung von Kindern. Das Modell der Körper-Ressourcen-System-orientierten Traumatherapie (KReST) greift diese häufig vernachlässigten Aspekte zentral auf, sodass der Weg frei wird für eine post-traumatische Neubewertung, welche zu posttraumatischem Wachstum führen kann. In dem Workshop soll anhand von Beispielen die Wirkungsweise von KReST dargestellt werden. In der Diskussion können auch Beispiele aus der Erfahrung von TeilnehmerInnen aufgegriffen werden.

Dr. Hans Lieb
WFN 10: Sprache in der Therapie: "So reden, dass was rauskommt." Sprache ist "das" Medium jeder Therapie. Man kann auf so viele Weisen sprechen und Fragen stellen. Aber nicht alle Sprechweisen verändern. Im WS sollen die Merkmale effektiven Redens vorgestellt und - in der kurzen Zeit pointiert - geübt werden.

Prof. Elisabeth Nicolai
WFN 11: Die letzte Chance – oder wie man konstruktiv mit Krisen Jugendlicher umgeht Als Eintrittskarte zu stationärer Jugendhilfe brauchen Jugendliche in der Regel gravierende Problemlagen oder Krisen. Wenn diese nach den Regeln der (psychosozialen) Kunst nicht zu verändern sind, wird den Jugendliche genau aus denselben Gründen, aus denen sie Hilfe benötigen, mit disziplinarischer Entlassung oder gar Beenden der gesamten Hilfen gedroht. Ausgehend von einem Fallverstehen, das Krisen – auch - als Kommunikation mit dem Helfernetzwerk versteht, können Profis kreativ und konstruktiver darauf eingehen. Unsere Interaktionen werden erfolgreicher, wenn die Zusammenarbeit von Zuversicht, Humor und Freude inspiriert ist.
Im Vortrag werde ich Ideen vorstellen, wie wir uns selbst in dieser Haltung stärken können und welche systemischen Methoden uns als Profis in der Zusammenarbeit mit den Jugendlichen helfen können.

Dr. Matthias Ochs / Rainer Orban
WFN 12: Familie geht auch anders Es werden in diesem Workshop Schritte aufgezeigt, um ermutigend mit Patchworkfamilien, Alleinerziehenden und anderen Familienformen zu arbeiten. Vor dem Hintergrund von zwei Veröffentlichungen zum Thema und langjähriger praktischer Erfahrung vermitteln sie gelingende Methoden um erfolgreiche Beratungen durchzuführen. Dabei legen Sie in diesem Workshop ihren Schwerpunkt auch auf die Vielfalt von patch-working, die gerade Familien in wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen zu leisten haben.
Ziele: Handlungssicherheit in der Beratung erlangen, anschlussfähige Interventionsmöglichkeiten kennen lernen, Nutzen von erfolgreichen Strategien
Inhalte: Geschichte der Familie, Überblick über den Stand der Familienforschung, Darstellung wesentlicher Fragestellungen bei neuen Familienformen. Vermittlung systemisch-lösungsorientierter Methoden in der Arbeit mit „neuen“ Familien

Matthias Ohler / Raimund Schöll
WFN 13: Zur Atmosphärischen Intelligenz, oder: „Wenn Mira kommt, ist alles anders.“ „Menschen sind Wesen, die die Treibhäuser, in denen sie sich einrichten, immer wieder selbst hervorbringen.“
Atmosphären sind ein wesentliches Struktur- und Motivationsmerkmal der Organisation menschlicher Beziehungen. In professionellen Kontexten werden sie bislang fast nur als Rand- oder Zusatzphänomen gehandelt. Dies verwundert, denn das atmosphärologische Konzept eignet sich besonders, wenn wir soziale und individuelle Krisen- und Konfliktsituationen verstehen und uns in ihnen erfolgversprechend bewegen wollen. Die Atmosphärologie ist anschlussfähig an systemtheoretische Zugänge zur Selbstorganisation menschlicher Beziehungen und erweitert diese um wichtige leiblich-ästhetische und existenzielle Perspektiven menschlichen Zusammenseins. Für die Praxis der Beratungsbegegnung ist atmosphärische Intelligenz bedeutsam.
Wir stellen im Workshop die besondere Logik atmosphärischen Denkens und Handelns vor und bieten erste Erfahrungen mit dem Konzept: Was ist das Besondere an Atmosphäre? Was beeinflusst Atmosphäre? Wer oder was trägt Atmosphäre? Wie nehmen wir Atmosphären individuell wahr?

Frieder Pfrommer
WFN 14: „Der paartherapeutische Tanz mit Nähe und Distanz - Systemische Interventionen für die Arbeit mit Paaren“ Paare, die sich in schwierigen Zeiten schwertun, einen guten Zugang zueinander zu finden, können über eine systhemtherapeutische Begleitung vielleicht wieder Hoffnung und Freude in das Spiel von Nähe und Distanz, Macht und Ohnmacht und von Geben und Nehmen bringen. In diesem Workshop sollen dafür einige Anregungen vorgestellt und reflektiert werden.

Dr. Gunther Schmidt
WFN 165: Das „Prinzip des polynesischen Segelns“ für Führungsverhalten, Zielentwicklung, optimale Lebens- Balance und Veränderungsprozessen in komplexen dynamischen Organisations- Systemen. Wie kamen die Polynesier auf diesem riesigen Pazifik auf die diversen Inseln, ohne GPS etc.? Von ihnen (oder dem, was man ihnen ethnologisch so nachsagt) kann man für komplexe Lebenssituationen, anstehende Veränderungsprozesse bei sich selbst und/ oder in Organisationen etc. viel lernen u.a. darüber: Wie Ziele gestaltet und so mit Erwartungen verknüpft werden können, dass sie Kraft gebend, motivierend und dabei Ergebnis- flexibel genutzt werden können; wie man mit Ängsten, Ambivalenzen, Verzagtheiten und Widerständen etc. bei Veränderungsvorhaben zieldienlich umgehen kann; wie man mit nicht planbaren Komplexitäten so umgehen kann, dass jede Abweichung, jeder sog. „Fehler“ als zieldienlich nutzbare Chance utilisiert werden kann; welche immer wieder nutzbaren Rituale zur Kompetenz- Reaktivierung, erneuter Ermutigung und flexiblen Steuerungsmöglichkeiten beitragen können; wie man Kraft und Sinn gebend (bis hin zu spirituellen Aspekten, wenn man dies will) mit der eigenen Begrenztheit und Endlichkeit angesichts eines „Meeres von Anforderungen, Wünschen und Erwartungen“ umgehen und diese nutzen kann; etc. etc.

Heliane Schnelle / Prof. Johannes Herwig-Lempp
WFN 176: Vom systemischen Handeln im privaten Leben Kann und darf man sich auch zu Hause systemisch verhalten? Ein Streitgespräch mit Heliane Schnelle, Johannes Herwig-Lempp und den TeilnehmerInnen des Workshops.
Systemische Konzepte und Methoden verwenden wir, um Klienten bei der Verbesserung ihres Lebens zu unterstützen. Aber eigenen sie sich auch für uns selbst? Können wir auch für uns selbst systemisch arbeiten? Und wenn ja: wo und wie ist das möglich und wo nicht? Darüber kann man unterschiedlicher Meinung sein. Dies wollen wir diskutieren.

Prof. Jochen Schweitzer
WFN 17: Umwege zum Erfolg: im Beruf wie im Privatleben Erfolge ( welcher Art auch immer) zu ernten, braucht es neben der eigenen "Motivation, Inspiration und Transpiration" immer auch das Wohlwollen Anderer. Erfolge sind Gemeinschaftsleistungen - Joint Ventures mit den verschiedenen Parteien im eigenen Ich und mit den mitbetroffenen Menschen und Organisationen im sozialen System. Diese Komplexität macht "Umwege zum Erfolg" oft unvermeidlich.
Der Workshop wird nach kurzer Einführung in griechisch-abendländische, chinesisch-asiatische und kalifornisch-systemische Gedanken zum Umgang mit Zeit und Wirksamkeit ganz praktisch auf die Suche nach "Umwegen zum Erfolg" in der Lebenswelt der Teilnehmer gehen. Gesucht werden können Erfolge in den unterschiedlichsten Sphären - seien es das Gewinnen von Liebespartnern, das Erziehen von Kindern, der Erwerb von Geld oder Ruhm, die Aquise und Durchführung politischer, wissenschaftlicher oder wirtschaftlicher Projekte. Bei dieser Suche helfen in diesem Workshop symbolisch-handlungsorientierte Techniken wie Zeitlinie, Skulpturen und Sprechchöre.

Dr. med. Gunthard Weber
WFN 18: Wie wirken Systemaufstellungen: In diesem Seminar werde ich darzustellen versuchen, in welchen Bereichen, bei welchen Anliegen oder Beschwerden auf welche Weise und durch welche jeweiligen Vorgehensweisen Systemaufstellungen wirken, d.h. wo und wie können Systemaufstellungen Unterschiede machen, die Unterschiede machen. Anschließend leite ich ein bis drei Familien-, Organisations- oder Supervisionaufstellungen von SeminarteilnehmInnen an und zeige das Mitgeteilte an den Fallbeispielen auf.

Gisal Wnuk-Gette
WFN 19: Wie meine Mutter schwierige Zeiten durch Humor und Lebensbejahung zu guten Zeiten für sich und unsere Familie verändert hat.
Inhalt des Workshops:
Heitere bis makabre Geschichten über meine Mutter (meine Mutter ist für mich bis heute die tollste Frau ist, der ich in meinem langen Leben begegnet bin) und Geschichten von den Teilnehmerinnen, die zum Thema passen.
Schwierige Zeiten: Meine Mutter hat 30 Jahre die Folgeerkrankungen ihrer Krebserkrankung erfolgreich bekämpft zum Erstaunen vieler Ärzte.
Schwierige Zeiten: Januar 1945 Flucht von Oberschlesien, nach 9 Monaten Ankunft in Thüringen. 1952 Flucht aus Thüringen (DDR) unter ‚Gefahr für Leib und Leben’ (so hieß es in der Flüchtlingsanerkennung); 1952 – 1954 Leben im Lager, ein Tanzsaal mit 70 Menschen, pro Person 5 qm.